Geschichte

Luftbild von Wallenfels

Im neunten Jahrhundert wurden von Kronach aus die Täler der Kronach, Haßlach und Rodach neu erschlossen und besiedelt. So kam eine Abteilung fränkischer Soldaten und Kolonisten unter Führung eines Adeligen auch in das Tal der Wilden Rodach, kultivierte es und ließ sich nieder. Die Siedlung wurde zunächst nach dem Adelsnamen des Führers Ilowa geheißen. Nach der Schlund-Chronik sollen bis zum 11. Jahrhundert 20 Höfe die gesamte Besiedlung gebildet haben. Im Jahre 1126 ging das Gebiet Ilowa, das bereits als Ortschaft zu beiden Seiten der Wilden Rodach bezeichnet wurde, rechtmäßig in das Eigentum des Klosters Banz über.

Im Jahre 1195 kam Ilowa in den Besitz des Bistums Bamberg. Bischof Otto II. schlug Ilowa nicht zu Kronach oder zu Stadtsteinach, sondern machte es selbständig und übertrug es als bischöfliches Lehen seinen Neffen Berthold von Meranien mit den entsprechenden Anweisungen. In dessen Auftrag wurde zunächst zu Beginn des 13. Jahrhundert auf dem die Gegend beherrschenden Felsen eine Burg als zentraler Stützpunkt errichtet. Die Burg erhielt den Namen Waldenfels. Nach Erbauung der Burg gab Herzog Berthold dem Erbauer Ritter Eberhard die Erlaubnis, seinen Geschlechtsnamen von dieser Burg herzuleiten und sich „von Waldenfels“ zu nennen. Eberhard ist damit Stammvater der Waldenfelser geworden. Er übertrug nun diesen Namen, dem Gebrauch der damaligen Zeit entsprechend, auf die zu Füßen des Schloßberg liegende Ortschaft Ilowa und taufte sie in Waldenfels um.

In einer Urkunde aus dem Jahre 1248 tritt zum ersten Mal der Name Waldenfels auf. Diese Urkunde stellte Herzog und Pfalzgraf Otto aus. In der Hoffnung auf ewiges Heil stiftete er seinen ganzen Zehnt in Coburg der Kirche und dem Kloster des Heiligen Dionysius in Banz mit der Bedingung, dass einmal monatlich an einem Tag durch Messen und Almosen von der Hälfte des Zehntes sein Gedächtnis gefeiert werde. Als Zeuge tritt hier auch Eberhard von Waldenfels auf.

Das Jahr 1248 kann somit mit Recht als Geburtsjahr des Ortes Waldenfels betrachtet werden.

In der Zeit um 1640 - während des Wiederaufbaues nach dem 30-jährigen
Krieg – fällt die Änderung des Ortsnamens von Waldenfels in „Wallenfels“.

Im Juni 1949 feierte die Stadt Wallenfels mit einjähriger Verspätung die
700 Jahrfeier.

Bürgermeister Engelhardt stellte damals beim Festkommers fest, dass in Wirklichkeit der 700. Namenstag von Wallenfels begangen wird. Im Rahmen dieser Jubiläumsfeier wurde das Legendenspiel von Heimatdichter Andreas Bauer „Der Fahnenschwinger“ uraufgeführt.

Die Stadt Wallenfels setzt die Tradition fort und feierte im Jahre 1998 das 750-jährige Stadtjubiläum. Das Legendenspiel, dessen Handlung im 30-jährigen Krieg angesiedelt ist, wird nach 1949 und 1954 (Stadterhebung) zum dritten Mal aufgeführt. Die Organisation, Regie und Durchführung oblagen dem Theaterverein Wallenfels.

Die Stadterhebung jährt sich im Jahr 2004 zum fünfzigsten Mal. Dieses Jubiläum wird mit verschiedenen Veranstaltungen gewürdigt, u.a. mit dem 1. Wallenfelser Böllerschützentreffen am 06. Juni 2004 und einer weiteren Theateraufführung auf der Naturbühne „Kümmelswiese“.

Verfasser:
Peter Hänel
Stand: 03.06.2004
Bei Rückfragen:
09262/94512

Stadtansicht

Chronik

1126 berichtet die erste Urkunde von einer Siedlung Ilowa, welche identisch ist mit dem heutigen Wallenfels. 1195 Ab diesem Zeitpunkt bis 1803 war der Bamberger Bischof Landesherr des „Wilden Rodachgebietes“.

Stadterhebung

In einem feierlichen Staatsakt am Sonntag, dem 03. Oktober 1954 um 10:00 Uhr auf dem Marktplatz, hat Herr Staatsminister und stellv. Ministerpräsident Dr. Wilhelm Hoegner an den damaligen Bürgermeister Hans Engelhardt die Stadterhebungs-Urkunde überreicht. Dies geschah im Rahmen eines dreitägigen Festes mit großem historischen Festzug.

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