Lucas Cranach der Ältere

Lukas Cranach der Ältere

Am 4. Oktober 1472 in Kronach geboren, nannte sich der Sohn eines Malers und Reißers für Holzschnitte nach seiner oberfränkischen Geburtsstadt. Seine erste Ausbildung erhielt er vermutlich vom Vater bevor er seine Heimatstadt verließ und über Nürnberg und Coburg nach Wien gelangte. Hier kam er während seines Aufenthaltes 1501-1504 im Freundeskreis um Konrad Celtis in ersten Kontakt mit den Humanisten.

Als bekanntestes Werk der ersten Wittenbergischen Jahre Cranachs erschien 1509 das so genannte Wittenberger Heiltumsbuch; ein Verzeichnis der von Friedrich dem Weisen auf seiner Pilgerfahrt nach Jerusalem gesammelten und nun in der neugebauten Schlosskirche ausgestellten Reliquien. Diese wurden von Cranach auf 119 Holzschnitten dargestellt.

Etwa 1512/13 heiratete Lukas Cranach Barbara Brengebier, die Tochter eines Gothaer Ratsherren. In dieser Zeit begann er auch außerhalb des kurfürstlichen Hofes tätig zu werden und als Bürger Wittenbergs am einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt teilzuhaben.

Seine zwei Söhne Hans und Lucas (der Jüngere) wurden 1513? und 1515 geboren. Beide wurden, wie ihr Vater, Maler. In den Jahren 1517 und 1519 wurden Cranachs Töchter Ursula und Barbara geboren.

Im Jahre 1520 erwarb Cranach das Apothekenprivileg. Bei seiner Tochter Anna, die im gleichen Jahr geboren wurde, war Martin Luther Taufpate. Ab 1523 betrieb Cranach kurzzeitig eine Druckerei, später dann auch einen Buchladen. Bei der Eheschließung Martin Luthers mit Katharina von Bora waren die Eheleute Cranach Trauzeugen. Von Luthers erstem Sohn Johannes wurde Cranach Taufpate.


In seinem Haus in der Schlossstraße 1 in Wittenberg richtete Cranach seine berühmte große Werkstatt ein. Nun wurden in arbeitsteiliger Produktion die vielseitigen und umfangreichen Aufträge des Hofes, der gesamten Wittenberger Bürgerschaft sowie von Fürsten der näheren und weiteren Umgebung ausgeführt. Dazu gehörten unter anderem Fürstenporträts, Entwürfe für Sommer- und Wintermoden des Hofes, Altäre, Festdekorationen, die dekorative Ausgestaltung von Schlössern oder Bürgerhäusern, die Gestaltung von Renn- und Turnierdecken sowie das Malen von Helmzeichen und Wappen.

Neben Malschülern und Altgesellen, die oft schon selbst hervorragende Künstler waren, beschäftigte Cranach Vergolder, Tischler, Glaser, Goldschmiede, Seidensticker und andere Fachleute. Auch beide Söhne des Meisters erhielten eine Ausbildung in der väterlichen Werkstatt. Diese wurde zu einem Unternehmen von einer für die damalige Zeit einzigartigen Größe, Vielseitigkeit und Arbeitsleistung.

Laut Grundsteuerabrechnung war Cranach 1528 größter Grundbesitzer und reichster Bürger Wittenbergs. Als solcher nahm er auch Einfluss auf die Geschicke der Stadt und wurde um 1538 Bürgermeister Wittenbergs, nachdem er zunächst seit 1519 Mitglied des Rates der Stadt gewesen war.

Wie die Elbestadt so steht auch Cranach in enger Verbindung mit der Reformation. Freundschaftliche Beziehungen verbanden ihn und seine Familie mit der Familie Luthers, aber auch mit Melanchthon und Bugenhagen. Mit seinen Holzschnitten für Flugblätter, mit Altargemälden und Illustrationen zu Luthers Schriften leistete Cranach einen wesentlichen Beitrag, den Reformator und die Lehre des neuen Glaubens bekannt zu machen. Luthers Übersetzung des Neuen Testament als so genannte "Septemberbibel" erschien 1522 nicht zufällig im Verlag Cranachs, den dieser gemeinsam mit dem Wittenberger Goldschmied Christian Döring betrieb.

Im hohen Alter von 81 Jahren starb Lukas Cranach am 16. Oktober 1553 im Haus seines Schwiegersohnes Christian Brück und seiner Tochter Anna in Weimar. In der Jacobskirche der Stadt Wittenberg wurde er beigesetzt.

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