Moor - Naturmoor

Bad Steben - Diese "Medizin" wurde vor mehr als 10.000 Jahren "angerührt" – in ihrer Wirkung kann sie bis heute gegen viele moderne Arzneimittel bestehen: Moorbaden erlebt derzeit eine Renaissance in Deutschland. Mehrere Millionen Mal wird jedes Jahr in Deutschlands Moorheilbädern medizinisch wirksamer Torf gegen eine Vielzahl von Beschwerden, von Arthrosen bis zur Zwölffingerdarm-Entzündung, gegen Unfruchtbarkeit bei Frauen ebenso wie gegen Rheuma verabreicht. "Jeder zweite Patient erlebt durch die Moorbehandlung eine deutliche Linderung seiner Beschwerden", sagt Dr. med. Gerhard Klein, Vorsitzender des Kurortforschungsvereines Bad Steben e.V., in einem der ältesten deutschen Moorheilbäder, dem Bayerischen Staatsbad Bad Steben. In dem oberfränkischen Kurort erlebt das Moorbaden eine Verjüngungskur: Durch gezielte Behandlungsangebote, attraktiv verpackt z.B. in der "Wirbelsäulen-Kur" oder der "Rheuma-Kur" entwickelt sich das Baden im braunen schokoladen-ähnlichen Torfbrei auch für immer mehr jüngere Gesundheitsurlauber zu einem Renner im Gesundheitsangebot.

 

Im Moor stecken außergewöhnliche Heilkräfte: Pflanzen wie Laichkräuter, Pfeilkräuter, Sauergräser, Moose und Wollgräser, aus denen sich das Moor im Laufe eines über mehr als 10.000 Jahre erstreckenden Prozesses entwickelt, sind Basis für diese "Apotheke der Natur". Durch den hohen Huminsäuregehalt werden beim Moorbaden Ausscheidungsprodukte des Körpers, wie Schweiß, Salz, Giftstoffe und Gerüche neutralisiert. Spezielle Pflanzenhormone im Moor haben einen besonders günstigen Einfluss bei Frauenleiden und Unfruchtbarkeit. Offene Wunden heilen schneller, was am sauren pH-Wert des Moorwassers liegt. Einzigartig ist aber vor allem das Wärmeverhalten des Moors. Moor ist ein schlechter Wärmeleiter. Die schonende Wärmeabgabe erweitert die Hautgefäße und verbessert die Durchblutung von Muskeln, Gelenken und inneren Organen. Chronische Entzündungen können abgebaut und degenerative Gelenkerkrankungen positiv beeinflusst werden.

 

Unter den 50 deutschen Moorheilbädern nimmt das Bayerische Staatsbad Bad Steben in Oberfranken seit dem vorletzten Jahrhundert und bis heute eine Sonderstellung ein. "Diesseits des Meeres finde ich wohl nie so einen Ort wieder", jubelte bereits vor 150 Jahren der Weltforscher Alexander von Humboldt über das Kurzentrum. Heute steht Bayerns nördlichstes Heilbad vor allem durch seinen in Westeuropa einmaligen natürlichen Heilmittel-Cocktail in der Gunst der Heilmoor-Anhänger ganz oben: Nur der vom bayerischen König Ludwig I. gegründete Gesundbrunnen im Frankenwald kann seinen Gästen eine therapeutisch hochwirksame Kombination von Heilmoor mit Radon- und natürlichem Kohlensäure-Heilwasser sowie ergänzende Therapien bieten.

Moor ist im wahrsten Sinne ein uraltes Heilmittel. Der wertvolle Rohstoff der Natur wird zu wohltuenden Vollbädern, sowie für Packungen verwendet.
Eine Moorkur erfordert eine besonders ruhige Lebensweise: Der Moorbadetag ist Ruhetag ! Größere Unternehmungen und Anstrengungen sollte man vermeiden. Ein kleiner Spaziergang an der würzigen Bad Stebener Luft wird Sie dabei unterstützen.
Der Badearzt gibt je nach Indikation die betreffende Temperatur, die Dauer und die Art der Verabreichung an.

Das Moorbad stellt eine ideale Wärmebehandlung dar.

Die Wirkungsweisen werden wie folgt beschrieben:

• Erweiterung der Hautgefäße
• Erwärmung und bessere Durchblutung von Muskeln, Gelenken und inneren Organen
• Allgemein anregende Wirkung
• Senkung des Blutdrucks
• Normalisierung des vegetativen Nervensystems

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