18.10.2014

von B° RB

Volksleiden Rückenschmerzen

Vortrag vom Bad Stebener Kurarzt und Sportmediziner Dr. med. Klaus Tinter am Dienstag, 21. Oktober 2014, um 19.00 Uhr, im Großen Kurhaussaal über das Volksleiden Rückenschmerzen

Dr. med. Klaus Tinter

Welche Alarmsignale - Welche Irrtümer - Welche Diagnostik und Therapie - Wie man vorbeugt

Die Volkskrankheit „Rückenschmerz“ bleibt trotz aller Fortschritte der Medizin ein rätselhaftes Symptom. Weder Schmerztherapie, Skalpell oder physikalische Therapien bringen oft den gewünschten Erfolg. Das Wissen über wichtige Rücken-Regeln und Irrtümer kann daher entscheidend sein einen eigenen Weg der Beschwerdefreiheit zu finden.

So sind Bewegungsmangel und Übergewicht eine der häufigsten Ursachen für Wirbelsäulenprobleme. Von sportlicher und regelmäßiger körperlicher Aktivität profitiert unser Rücken. Jeder Schritt führt zu einer leichten Rotation zwischen Schulterachse und Becken. Bandscheiben, aber auch die Tiefenmuskulatur des Rückens werden aktiviert und gestärkt. Zuviel Ruhe vermindert die Muskelmasse um bis zu 25 %.

Aber nicht jeder Sport ist zu empfehlen, vermieden werden sollten alle ruckartigen und stauchen-den Bewegungsabläufe wie beim Tennis, Joggen und vielen Ballsportarten. Nordic Walking wäre hingegen ein idealer Einsteigesport für Rückenschmerz-Patienten. Schmerzerleichterung findet man auch durch Rückenschwimmen oder durch moderates Tanzen. Ein durch falsche Bewegung ausgelöster Hexenschuss mit Fehlstellung des Rückgrats spricht gut auf Wärme und gängige Schmerzmittel an. Aber nicht jedes Rückenproblem wie Bandscheibenvorfälle oder Muskel-schwund ist auf einem Röntgenbild zu identifizieren. Erkennt man in der Untersuchung des Patienten Fehlfunktionen der unteren Extremitäten oder neurologische Probleme, so ist eine weiterführende ärztliche und bildgebende Diagnostik notwendig und entscheidet über ein indivi-duelles Therapieschema. Bei ca. 40 % aller operierten Bandscheibenvorfälle besteht nicht die erwünschte Schmerzfreiheit. Ein operativer Eingriff muss daher sehr wohl abgewogen werden unter Ausschöpfung aller konservativen Therapiemaßnahmen. Es ist daher eine genaue Befra-gung des Patienten notwendig um seine Lebensumstände wie Beruf, Ernährung und Bewegungs-defizite zu erfassen und therapeutisch umzusetzen. Nicht nur das Medikament, die Spritze oder die Massage sind entscheidend, sondern eine ganzheitliche Therapiestrategie mit unterschied-lichen individuellen Behandlungselementen. Ein wichtiger Faktor hierfür ist die Zeit für Diagnostik und Therapie. Nicht eine schnelle moderne medizinische Gerätediagnostik bringt die Zufriedenheit des Patienten, sondern eine umfassende anamnestische Recherche seiner Leidensgeschichte.
Besonders beim akuten Rückenschmerz mit atypischer Schmerzentwicklung ist eine rasche, umsichtige und differenzialdiagnostische Abklärung der Herz-Kreislauf -und Bauchorgane dringend erforderlich.  Bei chronischen Rückenbeschwerden ist unsere Wirbelsäule auch wie eine Alarmanlage der Psyche. Wenn Körper, Geist und Seele die nötige Balance fehlt darf der Einfluss von Kummer, Angst und Leidensdruck nicht unterschätzt werden.

Ein umfassendes Diagnostik- und Therapiekonzept ist daher stets medizinisch interdisziplinär unter Einbindung unterschiedlicher Facharztbereiche und Therapiespezialisten. Das richtige Rezept für Rückenschmerzen ist die Prävention, das Beachten von Alarmsignalen, Korrekturen im Lebensstil und die Eigenverantwortung über rücken-gerechte Verhaltensmaßnahmen.

Herzliche Einladung an alle Interessierte, die mehr zu diesem Thema am 21. Oktober 2014, um 19.00 Uhr im Großen Kurhaussaal in Bad Steben wissen möchten.

Eintrittspreise: 3,- EUR; 2,50 EUR mit Gastkarte. Die Eintrittskarten erhalten Sie an der Abendkasse.

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