Hammerschmiede in Wallenfels im Frankenwald

Wallenfels Hammerschmiede

Die Hammerschneidmühle liegt westlich von Wallenfels an der Wilden Rodach. Ihren Namen verdankt sie einem alten Hammerwerk, das während des Silberabbaues benötigt wurde und in der Nähe der heutigen Hammerschneidmühle stand. Laut Kronacher Urbar von 1507 hatte "Den Hammer unter Wallenfels (hat) jetzt Hermann Schübel inne mit 6 1/2 Pfund je an Walpurgi und Michaeli".
Im Mühlenverzeichnis von 1605 wurde die Sägemühle das erste Mal urkundlich erwähnt. 29 Interessenten mit 36 halben Schneidtagen teilten sich 1875 die Hammermühle. Mühlvogt war Friedrich Stöcker-Metzger.

Bis 1934 war ein unterschlächtiges hölzernes Wasserrad für den Antrieb der Mühle verantwortlich. Es hatte einen äußeren Raddurchmesser von 4,50 m und leistete 5,5 PS. Um die Leistung der Mühlenanlage zu erhöhen, änderte man das Gerinne. Das Gefälle stieg von 1,80 m auf 2,15 m und es war dadurch möglich, ein eisernes, mittelschlächtiges Zuppingerrad einzusetzen. Das neue Wasserrad hatte 5,20 m Außendurchmesser und eine Schaufelbreite von 0,96 m. Es leistet bei Vollwasser mit einer Wassermenge von 600 Liter pro Sekunde ca. 10 PS. Die Schneidanlage und das Wasserrad der Hammermühle ist bis zum heutigen Tag nahezu unverändert geblieben. Der Gatterrahmen nebst Führungen besteht aus-nahmslos aus Holz. Je nach Holzstärke konnte bei großen Stämmen bis 1,20 m im Durchmesser mit einem Sägeblatt, bei kleinen Stämmen mit zwei Sägeblättern gesägt werden. Bei zwei Sägeblättern wurden zwei Holzstämme auf den Wagen aufgelegt.

Im Jahre 1933 wurde vom ehemaligen Schneidmül1er Andreas Schlee, genannt Christl, ein selbst entwickelter Eisenrahmen, der in den Holzrahmen eingeschraubt werden konnte, eingebaut. Mit diesem war es möglich, je nach Bedarf (max. zehn Sägeblätter) zu sägen. Das zur Schneidmühle gehörende Wohnhaus wurde 1966 wegen Baufälligkeit abgebrochen.

Zum Ende des Jahres 1988 wurde offiziell der Sägebetrieb eingestellt, es wurde nur noch selten in der Hammermühle gearbeitet. Das Gebäude und der Mühlbach verfielen. Im Jahre 1997 wurde von den Interessenten der Hammermühle beschlossen, diese wieder instand zu setzen und der Nachwelt zu erhalten. Die Schneidmühle wurde komplett überholt, sowie das Mühlrad, die Getriebe, das Gebäude und das Gatter funktionsfähig gemacht. Das Stauwehr wurde repariert und der Mühlbach gereinigt. Das Wasserrad liefert in der Zeit, wenn kein Holz gesägt wird, mit Hilfe eines Generators Strom, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird und so zum Unterhalt der Mühle beiträgt.

Von 1933 bis 1991 war Andreas Schlee als Schneidmüller auf der Hammermühle tätig. Mit Al-fred Schlee, Thomas Weiß und Jochen Unkauf wurden engagierte Nachfolger gefunden. 35 Interessenten teilen sich die Hammermühle. Mühlvogt ist seit 1978 Heinrich Mähringer.

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