Wallenfelser „Blechla“

Wallenfelser „Blechla“

Nur noch in einem Wallenfelser Gasthaus bekommt man auf Wunsch seine Halbe Bier in einem „Blechla“ ausgeschenkt. Aber in jedem Haushalt wird man „Blechla“ finden. Hierbei handelt es sich um ein leichtgewichtiges, urtümliches Biertrinkgefäß aus Weißblech mit Henkel. Die Flößer nahmen früher die Blechla mit auf die Reise: sie waren unzerbrechlich und hielten durch die Verdunstungskälte das Bier schön frisch. Auch heute darf aus einem Blechla nur Bier getrunken werden. Die Wallenfelser schwören drauf, daß das Bier aus dem Blechla am besten schmeckt. Tatsache ist, daß der Gerstensaft im „Blechla“ wohltemperiert kühl bleibt.

Zunächst wird das Blech ausgeschnitten, dann wird es übers Knie gezogen, damit es "geschmeidig" wird und später schön rund. Es ist Weißblech, verzinnt. Aus dem Blech wird dann auch der Boden geschnitten, ebenso ein Streifen für den Henkel. Nun wird ein verzinkter Draht in den oberen Rand eingelegt. Vorher wird eine Falz mit dem Holzhammer angebracht. Ist der Draht drinnen, dann wird das Gemäß, also "½ Liter" eingeschlagen, über einem Amboß wird das Blech dann gerundet und verlötet. Ein kleines Maschinchen drückt schließlich den Eichstrich, das "Sign" ein, ebenso wird die Falz für den Boden aufgebracht und der Boden selbst mit einer Falz versehen. Nachdem er eingepaßt ist, wird er ausgerichtet, damit das Maß stimmt und dann eingelötet. Als letztes wird dann der Henkel gebogen und aufgelötet und schließlich noch als Schmuck ein Wappen aufgesetzt. Mit einigen Lappen, die mit verschiedenen Mitteln getränkt sind, wird das "Blechla" auf Hochglanz geputzt und steht dann zur Aufnahme des köstlichen Gerstensaftes zur Verfügung.

Blechla gab und gibt es allein  in Wallenfels. Sie sind heute nur schwer zu bekommen und werden in Handarbeit von einem Wallenfelser Klempnermeister gefertigt. Blechla als Gastgeschenk erhalten nur besondere Gäste - so zählte z.B. Franz Josef Strauß zu den Blechla-Besitzern.

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