Lutherkirche

Die Lutherkirche in Bad Steben

Die evangelische Lutherkirche in Bad Steben

„Stebens heilsame Wasser, gar vielen sie Linderung schafften. Kommt, ich rufe euch laut, kommt zum heilsamsten Quell.“ Mit dieser Inschrift begrüßt die Gebetsglocke der Lutherkirche morgens, mittags und abends die Bad Stebener und ihre Gäste.

Seit dem 9.10.1910 klingt es aus dem knapp 44 m hohen Glockenturm der evangelischen Kirche, die in der zentralen Lage in Bad Steben das Ortsbild prägt.
Sie mit kunstgeschichtlichen Begriffen zu beschreiben, ist kaum möglich. Sie ist im Baustil eine Besonderheit und in ihrer Bauausführung fast einmalig.
Für das 19. Jahrhundert war sie ein technisches Wunderwerk (offener Stahlbetonbau – es gibt in Europa nur noch zwei vergleichbare Kirchen) und ein Kunstobjekt, das Tendenzen des Jugendstiles mit landschaftsgebundenen Traditionen des Frankenwaldes verbindet.

Raumnot in der gotischen Wehrkirche St. Walburga, Bad Steben entwickelte sich von einem Bergbauort zum königlichen Staatsbad, war der Grund für den Neubau, der ab 1900 in Planung ging.

Am 23.10.1908 erfolgte der erste Spatenstich, am 13.05.1909 die Grundsteinlegung und am 13.09.09 das Richtfest. Am 9.10.1910 war schließlich nach einer Rekord-Bauzeit von 2 Jahren die Einweihung, die heute noch als Herbst-Kirchweih in Bad Steben gefeiert wird. Ein großer Straßenmarkt lockt an diesem Tag tausende von Besuchern nach Bad Steben.

Im Gegensatz zur alten Pfarrkirche setzt die Lutherkirche mit ihrem monumentalen Baustil städtebauliche Akzente. Die Kirche stellt sich dem Besucher als vielfältig gegliederter Baukörper vor, asymetrisch und von jeder Seite in einer anderen Darstellung. Die Verwendung von Diabas, dem Naturstein des Frankenwaldes, an hervorgehobenen Baugliedern ist ein Zeichen für das Charakteristikum des heimatlichen Baustiles. Ebenso zu sehen ist die Verwendung von Naturschiefer, der mit dem ziegelrot der Dachflächen eine optische Symbiose eingeht.

Am Haupteingang wird der Besucher von einer offenen, kreuzgewölbten Vorhalle aufgenommen. Über einer Steinbank erinnert eine Gedenktafel an die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Der Innenraum öffnet sich als eine weite Halle. Man muss ich ein wenig Zeit nehmen, um den Raum zu erfassen, die lichterfüllten Emporenräume, die Rundbögen, das Kreuzgewölbe zu studieren.
Richard Neidhardt, Bauamtsassessor beim königlichen Landbauamt in Hof hat in Deutschland mit dieser Kirche großartiges geleistet.
Mit St.-Jean-de-Montmartre Paris (1897-1904) war die Bad Stebener Kirche mit ihrer nicht verkleideten Stahlbetonbauweise eine Pionierleistung.

Mit Scharriereisen und Stockhammer, nach guter Kunst der Steinmetze, ist dieser moderne Werkstoff bearbeitet und wird deutlich in den Ornamenten und Verzierungen.

Gustav Wenz war Bauleiter dieses grandiosen Bauwerkes. Nach ihm wurde die Wenzstraße benannt, die von der Engelmannstraße in den Kurpark führt.

Die Orgel war von der Nürnberger Orgelbaufirma Strebel mit zwei Manualen erbaut worden. Die neue Orgel, erbaut von der Orgelbaufirma Hey, wurde am 2. Advent, am 7.12.1980 im Hauptgottesdienst eingeweiht.

Hauptgottesdienste sind an jedem Sonn- und Feiertag um 09.30 Uhr.
Kindergottesdienst ist an jedem Sonntag um 10.45 Uhr.

Vielen Dank für die Zusammenstellung des Textes und die Bereitstellung der Fotos an Herrn Heger. Besuchen Sie seine Ferienwohnungen unter Ferienwohnungen Heger.

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